Diese Möglichkeiten zur Behandlung einer Prostata­entzündung gibt es

Sind keine Bakterien an einer Prostataentzündung beteiligt und kommt somit keine Antibiotika-Therapie infrage, verlangt die Behandlung der Prostatitis oft etwas Durchhaltevermögen – sowohl von Seiten des Patienten als auch des Urologen. Mittlerweile existiert jedoch ein breites Spektrum an Therapieansätzen, die einzelne Symptome der Prostataentzündung bessern können. Medikamente, Hausmittel und Co. –was Prostatitis-Patienten helfen kann, lesen Sie hier in unserem Überblick.

Prostatits-Therapie: Mann informiert sich beim Urologen zur Behandlung seiner Prostataentzündung

Behandlung der Prostatitis: Erst Test, dann Therapie

Bevor der Urologe eine individuell angepasste Behandlung der Prostataentzündung beginnt, versucht er mithilfe verschiedener Untersuchungen der Prostatitis-Ursache auf den Grund zu gehen. Genauer gesagt, möchte er herauszufinden, ob Bakterien hinter den unangenehmen Beschwerden stecken, um darauf aufbauend die passende Therapie der Prostatitis festzulegen.

  • Werden Bakterien nachgewiesen, sieht die Leitlinie bei einer Prostataentzündung eine antibiotische Behandlung vor. Die Wahl des Medikaments richtet sich dabei nach dem diagnostizierten Erregertyp. Im Akutfall werden die Antibiotika zur Therapie der Prostatitis über zwei Wochen verabreicht. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, sollten Männer zudem auf Alkohol und Sex verzichten – und es auch allgemein etwas langsamer angehen lassen. Bei einer chronischen bakteriellen Prostatitis verlängert sich die Therapie mit Antibiotika mitunter auf bis zu sechs Wochen.
  • Werden keine Bakterien nachgewiesen, (was in etwa 90 Prozent der Fall ist 1) kann die Therapie der Prostataentzündung nicht grundsätzlich auf Antibiotika aufbauen, sondern muss sich aus anderen Behandlungsbausteinen zusammensetzen. In einigen Fällen führt eine Antibiotika-Therapie trotz fehlendem Erregernachweis zum Erfolg, die versuchsweise Gabe von Antibiotika gilt jedoch wegen möglicher Nebenwirkungen als umstritten. Alternativ stehen dem Urologen weitere Medikamente zur Behandlung einzelner Symptome zur Verfügung: Gegen Blasenentleerungsstörungen haben sich vor allem Alpha-Blocker bewährt, zur Linderung von Schmerzen im Unterleib und der Leiste verschreibt der Arzt hingegen meist COX-2-Hemmer oder nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac.

Die chronisch nicht-bakterielle Prostataentzündung ist leider in vielen Fällen sehr hartnäckig. Eine Standardtherapie für alle Patienten gibt es nicht, daher setzen neuere Ansätze auf eine individuelle Behandlung der Prostatitis. Hierbei wird unter anderem auch die Stressbelastung von Patienten berücksichtigt und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Begleitend zur Behandlung der Prostataentzündung können außerdem Prosturol®-Zäpfchen angewandt werden. Sie lindern und beruhigen lokale Beschwerden im Anorektalkanal auf Basis von Hyaluronsäure und verschiedenen pflanzlichen Inhaltsstoffen.

Und sonst…? Alternative Therapien bei einer Prostatitis

Nicht nur Medikamente können zu einer Besserung der Prostatabeschwerden führen. Auch physikalische oder physiotherapeutische Methoden werden meist in die ganzheitliche Therapie einer Prostataentzündung integriert. Zu den alternativen Prostatitis-Therapien gehören unter anderem:

  • verschiedene Wärmetherapien (Sauna, Dampfbad, Ultraschall- und Infrarottherapie)
  • Mikrowellentherapie (Erwärmung der Beckenregion durch elektromagnetischen Wellen)
  • Biofeedbacktherapie (Methode aus dem Bereich der Verhaltenstherapie, bei der Patienten lernen, besser mit Stressfaktoren umzugehen)
  • Akupunktur (chinesische Behandlungsmethode, bei der eine therapeutische Wirkung mit Hilfe von gezielten Nadelstichen erreicht wird)

Des Weiteren können Hausmittel wie Brennnessel- oder Weidenröschen-Tee die Behandlung einer chronischen Prostataentzündung unterstützen. Außerdem führt regelmäßige Bewegung bei vielen Männern zu einer Besserung der Beschwerden. Geeignet sind Sportarten wie leichtes Joggen oder Beckenbodenübungen, die keine starken Schmerzen verursachen. Der Arzt oder ein Physiotherapeut kann Ihnen im Rahmen der Prostatitis-Therapie geeignete Übungen empfehlen.

Eine spannende Substanz in der Prostatitis-Therapie: Die Hyaluronsäure

Grafik von der Wirkung einer Hyaluron Behandlung im Gewebe

Schmerzen der Prostata sind häufig mit Ausstrahlungen in die umgebenden Gewebe (zum Beispiel Rektum, Samenblasen, Samenleiter und Harnblase) verbunden. Als wichtigstes anatomisch-funktionales Element des Bindegewebes gilt Hyaluronsäure, die allen voran eine wasserbindende Eigenschaft besitzt. Gebildet wird Hyaluronsäure hauptsächlich in den Fibroblasten (bewegliche Zellen des Bindegewebes). Hier kommt es auch zur Produktion von Kollagen, einem Eiweiß, das unter anderem an der Stabilität der Haut beteiligt ist.

Durch das Zuführen von Hyaluronsäure wird die Gewebe-Elastizität erhöht und so die Gewebestruktur normalisiert. Das Gewebe kann entspannen und damit zur Beruhigung des rektalen Nervengeflechtes beitragen. Dadurch ist es möglich, dass sich das schmerzhafte Druck- und Spannungsgefühl reduziert und eine nachhaltige Regeneration erreicht wird.

1 Gensthaler, Brigitte: Prostatitis – Hartnäckig und schwer zu behandeln 2007. UR: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2803 (07.03.2018).