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Prostatitis-Therapien – die Entzündung der Prostata behandeln

Sind keine Bakterien an einer Prostataentzündung (Prostatitis) beteiligt, wirkt auch eine Therapie mit Antibiotika nicht. Dann verlangt die Behandlung der Prostatitis oft etwas Durchhaltevermögen – sowohl von Seiten des Patienten als auch des Urologen. Mittlerweile existiert jedoch ein breites Spektrum an Therapieansätzen, die einzelne Symptome der Prostataentzündung bessern können. Medikamente, Hausmittel und Co. – was Prostatitis-Patienten im Rahmen der Behandlung noch tun können, lesen Sie hier in unserem Überblick.

Arzt klärt Ehepaar über die Prostatitis-Therapie auf.

Behandlung einer Prostatitis: Die Therapie im Überblick

Bevor der Urologe eine individuell angepasste Behandlung der Prostatitis (Prostataentzündung) beginnt, versucht er mithilfe verschiedener Prostatauntersuchungen der Ursache auf den Grund zu gehen. Genauer gesagt, möchte er herauszufinden, ob Bakterien hinter den unangenehmen Symptomen stecken, um darauf aufbauend die passende Therapie der Prostatitis festzulegen.

  • akute und chronische bakterielle Prostataentzündung : Verursachen Bakterien die Entzündung der Prostata, bauen Ärzte in der Regel auf eine antibiotische Behandlung. Die Wahl des Medikaments richtet sich dabei nach dem diagnostizierten Erregertyp. Im Akutfall werden die Antibiotika zur Therapie der Prostatitis über einige Wochen verabreicht.1 Um den Heilungsprozess zu unterstützen, sollten Männer zudem auf Alkohol und Sex verzichten – und es auch allgemein etwas langsamer angehen lassen. Bei einer chronischen bakteriellen Prostatitis verlängert sich die Therapie mit Antibiotika mitunter auf bis zu vier Wochen.2
  • abakterielle Prostatitis: Bei etwa 90 Prozent der Fälle sind Bakterien nicht der Auslöser der Prostatitis.3 Dann baut die Therapie der Prostataentzündung nicht grundsätzlich auf Antibiotika auf, sondern muss sich aus anderen Behandlungsbausteinen zusammensetzen. Manchmal führt eine Antibiotika-Therapie trotz fehlendem Erregernachweis zum Erfolg, die versuchsweise Gabe von Antibiotika gilt jedoch wegen möglicher Nebenwirkungen als umstritten. Alternativ kann ein Androloge oder Urologe auf weitere Medikamente zur Behandlung einzelner Symptome zurückgreifen: Gegen Blasenentleerungsstörungen haben sich vor allem Alpha-Blocker bewährt, zur Linderung von Schmerzen im Unterleib (Lendenbereich) verschreibt der Arzt hingegen meist COX-2-Hemmer oder nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac.
Die chronisch nicht-bakterielle (abakterielle) Prostatitis ist leider in vielen Fällen sehr hartnäckig. Eine allgemeine Therapie für alle Patienten gibt es nicht, daher setzen neuere Ansätze auf eine individuelle Behandlung der Prostatitis. Hierbei wird unter anderem auch die Stressbelastung von Patienten berücksichtigt und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Begleitend zur Behandlung der Prostataentzündung können außerdem PROSTUROL® Zäpfchen angewandt werden. Sie lindern und beruhigen lokale Beschwerden im Anorektalkanal (also im Rektum und Analkanal) auf Basis von Hyaluronsäure und verschiedenen pflanzlichen Inhaltsstoffen.

Mehr als nur Pille Palle? Alternative Prostatitis-Therapien mit Wärme & Co.

Nicht nur Medikamente können zu einer Besserung der Prostatabeschwerden führen. Der behandelnde Arzt integriert zumeist auch physikalische (beispielsweise mit Kälte, Wärme, Licht sowie elektrischen Reizen) oder physiotherapeutische Methoden in die ganzheitliche Therapie einer Prostataentzündung. Zu den alternativen Prostatitis-Therapien gehören unter anderem:

  • verschiedene Wärmetherapien: Sauna, Dampfbad, Ultraschall- und Infrarottherapie regen die Durchblutung im Körper an und können somit den Heilungsprozess einer Prostatitis fördern.
  • Mikrowellentherapie: Auch diese Methode zur Erwärmung der Beckenregion durch elektromagnetische Wellen wirkt sich möglicherweise wohltuend auf eine Prostatitis aus.
  • Biofeedbacktherapie: Mithilfe des Biofeedbacktrainings, einer Methode aus dem Bereich der Verhaltenstherapie, sollen Patienten lernen, besser mit Stressfaktoren umzugehen.
  • Akupunktur: Die chinesische Behandlungsmethode, bei der eine therapeutische Wirkung durch gezielte Nadelstiche erreicht werden soll, kann auch bei der Therapie einer Prostatitis Anwendung finden.
  • Ernährung : Eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse hat einen positiven Effekt auf viele Erkrankungen – auch bei einer Prostataentzündung zahlt sie sich aus. Besonders Kürbiskerne, Haferflocken, Tomaten und Flohsamen sollten häufiger auf Ihrem Speiseplan stehen.
Auch regelmäßiger Sport wie Joggen ist häufig Bestandteil der Prostatitis-Therapie.
Ebenso wichtig ist es, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten – bestenfalls rund zwei Liter Wasser täglich. Des Weiteren können Hausmittel wie Brennnessel- oder Weidenröschen-Tee die Behandlung einer chronischen Prostataentzündung unterstützen. Außerdem führt regelmäßige Bewegung bei vielen Männern zu einer Besserung der Beschwerden. Geeignet sind Sportarten wie leichtes Joggen oder Beckenbodentraining, die keine starken Schmerzen verursachen. Der Arzt oder ein Physiotherapeut kann Ihnen im Rahmen der Prostatitis-Therapie geeignete Übungen empfehlen.

Gegebenenfalls setzen Mediziner auch auf eine Prostatamassage zur Behandlung einer Entzündung der Prostata: Die rektale Stimulation soll das gereizte Organ entspannen und den Ausfluss entzündungsfördernder Stoffe anregen.

Eine (ent-)spannende Substanz in der Prostatitis-Therapie: Die Hyaluronsäure

Schmerzen der Prostata strahlen häufig ins umliegende Gewebe (zum Beispiel Rektum, Samenblasen, Samenleiter und Harnblase) aus. Vor allem das Bindegewebe ist oftmals von Entzündungen betroffen. Dieses Gewebe stützt und stabilisiert Organe – dient aber auch dem Schutz vor Erregern und der Versorgung mit Nährstoffen. Einen sehr wichtigen Baustein des Bindegewebes stellt die Hyaluronsäure dar, die allen voran eine wasserbindende Eigenschaft besitzt. Gebildet wird Hyaluronsäure hauptsächlich in den Fibroblasten (bewegliche Zellen des Bindegewebes). Hier kommt es auch zur Produktion von Kollagen, einem Eiweiß, das unter anderem an der Stabilität der Haut beteiligt ist. Und was hat das Ganze nun mit der Therapie einer Prostatitis zu tun?

Die Grafiken zeigen den Zustand des Gewebes vor und nach der Behandlung der Prostatitis mit Hyaluronsäure:

Durch das Zuführen von Hyaluronsäure erhöht sich die Elastizität des Bindegewebes in den schmerzenden Bereichen in der Nähe von Prostata und Anorektalkanal. Auch die Gewebesstruktur kann sich normalisieren. Das Gewebe kann entspannen und damit zur Beruhigung des rektalen Nervengeflechtes beitragen. Möglicherweise reduziert sich so das schmerzhafte Druck- und Spannungsgefühl – eventuell stellt sich auch eine nachhaltige Regeneration ein. Aufgrund dieser Eigenschaften findet Hyaluron auch im Rahmen der Prostatitis-Therapie Anwendung. Der behandelnde Arzt kann Sie hierzu umfangreich aufklären.

Wie hoch ist die Rückfallrate?

Bei rund 30 Prozent der Prostatitis-Patienten hält die Erkrankung rund ein Jahr an.4 Die Erkrankung kann also hartnäckig sein – einen entsprechend hohen Wert weist die Rückfallrate von circa 23 Prozent auf. Vor allem, wenn nicht alle Bakterien eliminiert wurden, entflammt die Prostatitis nicht selten immer wieder. Demnach ist eine passende Therapie, an die sich Betroffene strikt halten, unerlässlich. Häufig entwickelt sich sonst aus einer einst akuten Prostataentzündung eine chronische.

FAQs: Fragen und Antworten zur Prostatitis-Therapie

Welche Medikamente helfen bei einer Prostatitis?
Zur Therapie einer Prostatitis verschreiben Ärzte oftmals Medikamente wie Alpha-Blocker oder Spasmolytika (krampflösende Arzneimittel) – bei einer bakteriellen Prostatitis kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz.
Gibt es unterschiedliche Ansätze zur Therapie einer Prostatitis?
Ja, neben der medikamentösen Behandlung einer Prostataentzündung sollten Patienten vor allem Stress reduzieren. Auch alternative Maßnahmen wie Akupunktur, Wärme- oder Mikrowellentherapie sowie eine Anpassung der Ernährung sind empfehlenswert.
Wann sollten Sie mit einer Prostataentzündung zum Arzt gehen?
Grundsätzlich raten Ärzte bei Symptomen einer Prostataentzündung wie Problemen beim Wasserlassen oder ständigem Harndrang immer zu einem Termin. Nur ein Mediziner kann die Ursache dahinter diagnostizieren und die Prostatitis entsprechend behandeln.
Welcher Arzt ist bei einer Prostatitis der richtige Ansprechpartner?
Egal ob Androloge oder Urologe – beide Ärzte können eine Entzündung der Prostata behandeln. Auch der Hausarzt stellt eine Anlaufstelle bei Problemen dar, gegebenenfalls überweist er Sie dann an einen Facharzt.
1 Prostata Hilfe e.V.: Prostataentzündung – alle Symptome und Behandlungen. URL: https://prostata-hilfe-deutschland.de/prostataentzuendung-prostatitis/ (25.06.2020).

2 ebd.

3 Gensthaler, Brigitte: Prostatitis – Hartnäckig und schwer zu behandeln 2007. URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2803 (25.06.2020).

4 Prostata Hilfe e.V.: Prostataentzündung – alle Symptome und Behandlungen. URL: https://prostata-hilfe-deutschland.de/prostataentzuendung-prostatitis/ (25.06.2020).

5 ALTA Klinik GmbH: Prostataentzündung – Symptome, Anzeichen & Behandlung. URL: https://www.alta-klinik.de/prostata/prostataentzuendung/ (25.06.2020).