Prosturol jetzt bestellen Prosturol jetzt bestellen

3-Gläser-Probe – das sagt der Urin über Ihre Prostata aus

Urinuntersuchung zur Feststellung von Prostataerkrankungen? Ganz genau! Mithilfe der sogenannten 3-Gläser-Probe oder der 4-Gläser-Probe überprüft der Urologe die Gesundheit des Männer-Organs. Genauer gesagt, kann er durch das Auffangen von einzelnen Harnportionen beispielsweise Erreger nachweisen, die dort ihr Unwesen treiben. Eine schnelle und schmerzfreie Diagnosemethode, wenn es um eine bakterielle Prostatitis geht. Alles zum Ablauf der 3- sowie der 4-Gläser-Probe und was dabei für den Mediziner interessant ist, lesen Sie hier!

 

Labor mit Urinproben, die mittels 3-Gläser-Probe gewonnen worden sind.

3-Gläser-Probe oder 4-Gläser-Probe: Stop-and-Go beim Wasserlassen

Die 3-Gläser-Probe zählt zu den entscheidenden Methoden, wenn es um die Diagnose einer Entzündung der Prostata (Prostatitis) geht.1 Bei dieser Urinuntersuchung muss der Patient die Entleerung der Blase in drei Etappen unterteilen und dabei in insgesamt drei Gläser urinieren – daher die Bezeichnung 3-Gläser-Probe.

Wichtig!

Um kein verfälschtes Ergebnis bei der Urinuntersuchung zu erhalten und möglicherweise andere Bakterien mit in die Probe zu befördern, sollten Sie sich „untenrum“ (Penis, Harnröhrenausgang und Eichel) gründlich mit Wasser reinigen.

Die ersten zehn Milliliter, die beim Wasserlassen aus der Harnröhre fließen, sammelt der Patient als Erststrahlurin auf.2 Der Mittelstrahlurin tritt danach aus und muss in einem separaten Becher aufgefangen werden. Da der Patient die Blase nicht vollständig entleert, verbleibt in ihr noch Resturin. Nach einer Prostatamassage, die der Urologe vornimmt, gibt die Prostata Sekret ab — das sogenannte Prostataexprimat. Durch das Urinieren in einen dritten Becher wird nun der Restharn inklusive Prostatasekret aufgefangen.

Möchte der behandelnde Urologe das Sekret der Prostata einzeln begutachten, so fängt er es nach der Prostatamassage in einem extra Behältnis auf. Der Restharn wird dann wiederum in ein anderes Behältnis uriniert. In diesem Fall sprechen Mediziner von der 4-Gläser-Probe. Oftmals ist dies jedoch nicht möglich, da es zu einer sofortigen Vermengung von Urin und Sekret kommen kann.

Unterschiede der 3-Gläser-Probe und 4-Gläser-Probe auf einen Blick:

3-Gläser-Probe — drei Proben:

  1. Erststrahlurin
  2. Mittelstrahlurin
  3. Urin nach Prostatamassage

4-Gläser-Probe — vier Proben:

  1. Erststrahlurin
  2. Mittelstrahlurin
  3. Prostatasekret nach Prostatamassage
  4. Resturin

Welche Urinprobe gibt Auskünfte über welches Organ?

 

  • Erststrahlurin: Harnröhre
  • Mittelstrahlurin: Blase
  • Prostatasekret nach Prostatamassage sowie Resturin: Prostata

Weitere Methoden zur Gewinnung von Urinproben

Neben der 3- sowie 4-Gläser-Probe können Urologen auch andere Möglichkeiten der Uringewinnung anordnen, die sich nicht ganz so aufwendig gestalten. Jedoch ist hierbei genauso wichtig, dass Sie sich vorher gründlich Penis, Eichel und Harnröhrenausgang mit Wasser säubern, um eine Verunreinigung mit anderen Bakterien zu verhindern.

Mittelstrahlurin (MSU)

Für die Untersuchung des Mittelstrahlurins (MSU) urinieren Sie zunächst für einige Sekunden in die Toilette. Anschließend stoppen Sie den Vorgang und fangen dann die vom Urologen angeordnete Menge Harn in einem sterilen Becher auf. Den restlichen Blaseninhalt können Sie wiederum in der Toilette entleeren.

2-Gläser-Probe

Bei der 2-Gläser-Probe – Sie können es wohl schon erahnen – muss Man(n) zunächst den Erststrahlurin und anschließend den Mittelstrahlurin in jeweils extra Behältnissen auffangen. Selten sprechen Mediziner auch von der 2-Gläser-Probe, wenn der Patient den Mittelstrahl und den Harn nach der Prostatamassage auffängt.

Analyse der Urinproben: Was sagen 3-Gläser-Probe und Co. aus?

Bei der anschließenden Untersuchung des Urins hat der Arzt verschiedene Ansatzpunkte:

  • Farbe und Transparenz des Urins: Der Urologe sieht bereits an einer Trübung oder Verfärbung des Urins, dass eine Erkrankung vorliegt – wobei nicht jede Entzündung dazu führt, dass der Urin sichtbar getrübt ist.
  • Teststreifen: Bei der genaueren Analyse der einzelnen Proben kann der Arzt mithilfe von Teststreifen möglicherweise Entzündungszellen (Leukozyten) feststellen. Eine erhöhte Leukozyten-Zahl in den Proben deutet auf eine bakterielle Infektion hin. Liegt im letzten Proben-Glas (Urin und Prostatasekret), im Vergleich zu den vorhergehenden Proben, zudem eine stark erhöhte Anzahl an Leukozyten vor, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Infektion tatsächlich die Prostata betrifft und nicht die Blase oder Harnröhre. Entdeckt der Arzt in den Proben zudem Nitrit, ein Abbauprodukt von Bakterien, ist dies ein weiteres Zeichen für einen Bakterienbefall.
  • mikroskopische Untersuchung: Unter dem Mikroskop erhält der Urologe einen Einblick in die Bestandteile des Urins wie die Anzahl der weißen und roten Blutkörperchen, das Prostatasekret und natürlich auch in Bakterien.

In manchen Fällen befindet sich neben den Leukozyten auch Blut im Urin. Je nach Ausprägung, erkennt es der Mediziner nur mit dem Mikroskop oder sogar mit dem bloßen Auge. Das Blut ist bei einer Prostatitis ebenso auf die infektionsbedingte Entzündung des Prostatagewebes zurückzuführen – kann aber auch einen Hinweis auf eine Blasenentzündung geben.

Das Ergebnis der Tests entscheidet über die weitere Behandlung

Bei Verdacht auf eine bakterielle Prostatitis wird der Arzt mikrobiologische Kulturen von Urin und/oder des Prostatasekrets anlegen lassen. Mögliche Krankheitserreger bilden nach ein bis zwei Tagen Kolonien, die Auskunft darüber geben, um welche Keime es sich handelt. Zumeist stecken im Falle einer bakteriellen Entzündung der Prostata Darmbakterien wie E. coli-Bakterien dahinter— sie können über die Harnröhre in die Prostata aufsteigen und müssen mit einem geeigneten Medikament (meist einem Antibiotikum) bekämpft werden.

Allerdings ist nur etwa bei fünf bis zehn Prozent der Prostatitis-Patienten ein Bakterienbefall des Prostatagewebes nachweisbar.3 Die deutlich häufigere Form der Prostataentzündung ist nicht bakteriellen Ursprungs – bei 90 Prozent der Patienten wird daher eine abakterielle Prostatitis diagnostiziert.4 Die Prostatitis-Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab. Um eine geeignete Behandlungsmaßnahme einleiten zu können, überprüft der Facharzt folgende Voraussetzungen:

 

  1. Akute oder chronische bakterielle Prostatitis
    Es liegt ein Bakterienbefall des Prostatagewebes vor, der mit Antibiotika behandelt werden muss. Bei der chronischen Form können zusätzlich Alpha-Blocker zum Einsatz kommen.
  2.  

  3. Chronische abakterielle Prostatitis/chronisches Beckenschmerzsyndrom
    Der Arzt kann keine bakterielle Infektion nachweisen. Die Behandlung erfolgt symptomatisch und gegebenenfalls mit Alpha-Blockern. Zur Selbstbehandlung können Betroffene zudem PROSTUROL® Zäpfchen anwenden, um die Entzündungsreize gezielt zu lindern.
1 Roth, S. u.a.: Klinische Urologie – Vom Befund zur Therapie. Berlin/Heidelberg: Springer-Verlag 2001. S. 303.

2 ebd.

3 Prostata Hilfe e.V.: Prostataentzündung – alle Symptome und Behandlungen. URL: https://prostata-hilfe-deutschland.de/prostataentzuendung-prostatitis/ (29.06.2020).

4 Deutsches Ärzteblatt: Prostatitis und männliches Beckenschmerzsyndrom, Diagnostik und Therapie. URL: https://www.aerzteblatt.de/archiv/63754/Prostatitis-und-maennliches-Beckenschmerzsyndrom (Stand: 30.06.2020).