Fakten, die jeder Mann über seine Prostata wissen sollte

Ein Großteil der Männer sieht geflissentlich über die Existenz der eigenen Prostata hinweg. Das Männer-Organ, auch Vorsteherdrüse genannt, fristet zumeist ein zurückgezogenes Dasein als belangloser kleiner Bruder in der ansonsten ganz gerne gesehenen Familie der männlichen Geschlechtsorgane. Als wäre das nicht genug, eilt der Prostata auch noch der Ruf des schwarzen Schafes voraus. Die Geschlechtsdrüse wird von vielen Männern weniger als Teil des Teams geschätzt, denn als potenzieller Störenfried gefürchtet.

Grafische Darstellung der Prostata

Wer bist du und was machst du da? Die Prostata und ihre Funktion

Zunächst darf festgestellt werden – die Prostata ist besser als ihr Ruf und hat als Geschlechtsdrüse natürlicherweise ihre Daseinsberechtigung. Die fünf wichtigsten Fragen zur Prostata finden Sie hier beantwortet:

1. Wie sieht die Prostata aus?
Die Prostata ist in etwa kastaniengroß und von einer Kapsel aus kräftigem Bindegewebe umgeben. Ansonsten besteht sie aus Drüsengewebe und Muskulatur.

2. Wo liegt die Prostata?
Entscheidend für die Funktion der Prostata ist ihre Position in direkt vorgelagerter Nachbarschaft zur Blase beziehungsweise die Tatsache, dass das obere Drittel der männlichen Harnröhre mitten durch die Prostata verläuft. So kann die Vorsteherdrüse das von ihr produzierte Sekret als Sperma-Beigabe bei Bedarf durch die Harnröhre abgeben. Der Enddarm verläuft wie eine Nebenstraße an der Prostata vorbei, sodass das Organ gut über den After tastbar ist.

3. Was macht die Prostata?
Die Prostata ist als inneres Geschlechtsorgan vor allen Dingen für die Sekretbildung zuständig. Bei einem Orgasmus zieht sich die Prostata zusammen und gibt Sekret in die Harnröhre ab. Weitere Drüsen steuern Begleitsekrete wie Eiweiß bei, kurz vor der Ejakulation werden von den Nebenhoden die Samenzellen ausgeschüttet und mit Prostatasekret vermischt. Die insgesamt sehr zügige Übertragung in Richtung Ausgang ist einem muskulären Zusammenspiel von Prostata, Penis, Anus und Beckenboden zu verdanken. Während der sexuellen Erregung wird die Muskulatur des Harnblasenhalses angeregt, dadurch wird die Harnblase verschlossen und der Rückfluss von Sperma in die Harnblase und die Beimengung von Urin in das Ejakulat verhindert.

4. Gibt es einen Prostatawert im Blut?
Das Prostata-spezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiß, das ausschließlich in der Vorsteherdrüse gebildet wird. Bei Beschwerden oder ertasteten Veränderungen kann der Arzt den PSA-Wert über eine Blutuntersuchung ermitteln und so mögliche Hinweise auf eine Veränderung der Prostata erhalten.

5. Wie kann eine Erkrankung der Prostata ansonsten festgestellt werden?
Männer sollten zum Urologen, wenn Probleme beim Wasserlassen auftreten oder sie unter Schmerzen im Unterleibs-, Beckenboden- und Genitalbereich sowie Erektionsproblemen leiden. Der Arzt kann die Vorsteherdrüse über den After gut ertasten und auf mögliche Veränderungen untersuchen. Außerdem hat er die Möglichkeit, eine Ultraschalluntersuchung der Prostata durchzuführen. Erkrankungen wie eine Prostataentzündung können über Untersuchungen von Urin, Sperma und/oder Prostatasekret festgestellt werden.

Prostata und Sex: Als Mitproduzent des Ejakulats nimmt die Prostata im Bereich Sexualität eine entscheidende Rolle ein. Darüber hinaus gilt sie als „verstecktes“ Lustorgan des Mannes. Die Stimulation der Drüse kann bei Männern den Höhepunkt intensivieren. Für Potenzprobleme ist die Prostata indes nicht pauschal verantwortlich zu machen. Diese können verschiedene Ursachen haben und müssen im Einzelfall vom Arzt abgeklärt werden.

Krankheitsbild Prostatitis: Entzündung der Prostata

Ein häufigeres Männerleiden ist die Prostatitis, eine Entzündung der Prostata. In akuten Fällen äußert sich eine bakterielle Prostatitis mit hohem Fieber und ernsthaften Krankheitsanzeichen. Sie muss umgehend ärztlich mit Antibiotika behandelt werden. Die weit häufigere Form der Prostataentzündung ist jedoch nicht auf einen Bakterienbefall zurückzuführen.

Die nicht-bakterielle Prostatitis verläuft oftmals chronisch und äußert sich durch anhaltende Beschwerden beim Wasserlassen sowie unangenehme Druckschmerzen im Becken-, Lenden- und Genitalbereich. Für betroffene Männer stellt die Erkrankung eine starke Belastung dar, weshalb das Wissen und die Behandlung durch einen Urologen gefragt sind. Bei Prostatitis können Erkrankte zur Selbstbehandlung zudem Prosturol® Zäpfchen einsetzen, um die Entzündungsreize gezielt zu lindern.

Vergrößerung der Prostata

Warum sie das tut, weiß keiner so genau: Aber ab dem 40. Lebensjahr beginnt die Prostata zu wachsen. Fachsprachlich wird die gutartige Vergrößerung der Prostata als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet. Etwa jeder zweite Mann ab dem 50. Lebensjahr ist betroffen, bei den über 60-Jährigen leiden sogar 75 Prozent an einer vergrößerten Vorsteherdrüse. 1

Die Ursache für die gutartige Vergrößerung der Prostata ist mit großer Wahrscheinlichkeit in der Veränderung des männlichen Hormonhaushaltes zu finden. Aus der Kastanie wird dann größentechnisch eher ein Pfirsich, was zu Problemen und Einschränkungen – insbesondere beim Wasserlassen – führen kann.

Oftmals helfen bei leichteren BPH-Beschwerden rezeptfreie pflanzliche Mittel. Ansonsten wird der Arzt zu Medikamenten wie beispielsweise Alpha-Blockern, 5α-Reduktasehemmern und Phosphodiesterasehemmern raten. In schweren Fällen kommen operative oder instrumentelle Maßnahmen zur Anwendung.

Vorsorge und Krebsfrüherkennung: Bei Prostatakrebs liegt eine bösartige Form der Prostatavergrößerung vor. Ein Prostatakarzinom wächst in der Regel langsam und ist im frühen Stadium gut behandelbar. Wie bei allen Krebserkrankungen gilt: Je eher die Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Ab dem 45. Lebensjahr können Männer einmal jährlich beim Urologen eine kostenfreie Prostata-Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen. Und sollten dies auch tun.

1 Gutartige Prostatavergrößerung, APOGEPHA Arzneimittel GmbH, URL: https://www.apogepha.de/therapiegebiete/prostatavergroesserung/krankheitsbild.html (27.2.2018).