Welche Rolle spielt die Ernährung bei einer Prostataentzündung?

Grillabende mit reichlich Fleisch, ein paar Flaschen Bier beim Fußballschauen – klingt nach typischem Klischee, trifft jedoch tatsächlich auf viele Männer zu. Dabei schützt vor allem eine gesunde und ballaststoffreiche Ernährung die Prostata. Hand aufs Herz: Wie sieht es bei Ihnen aus? Hier bekommen Sie Tipps für eine gesunde Ernährung bei einer Prostataentzündung.

Mann mit Prostatitis ist eine gesunde Ernährung wichtig.

Gesunde Ernährung, gesunde Prostata?

In Asien leiden weitaus weniger Männer an Prostatakrebs als in westlichen Ländern.1 Das hat sicher mehrere Gründe, Mediziner vermuten jedoch, dass auch Ernährungsgewohnheiten eine große Rolle spielen. So enthält die asiatische Küche weniger ungesunde Fette, wie sie beispielsweise in Milch und Fleisch enthalten sind. Dagegen werden im asiatischen Raum mehr Ballaststoffe gegessen, von denen die männliche Vorsteherdrüse profitiert.

Wichtiges zu den Ballaststoffen

Ballaststoffe erhöhen die Häufigkeit des Stuhlgangs und helfen gegen Verstopfung. Dadurch nehmen sie wortwörtlich den „Ballast“ – also Druck – von den Männerorganen. Zu ballaststoffreichen Nahrungsmitteln zählen beispielswiese:

  • Hülsenfrüchte (zum Beispiel Erbsen, Bohnen)
  • Gemüse (Brokkoli, Rosenkohl, Wirsing, etc.)
  • Trockenfrüchte (wie Datteln, Feigen oder Pflaumen)
  • Getreide (beispielsweise Dinkel oder Gerste)

Ernährung: Das sollten Sie bei einer Prostatitis beachten

Die Beschwerden einer chronischen nicht-bakteriellen Prostatitis können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und verschiedene Auslösefaktoren haben. In Befragungen von Patienten wurden einige Speisen und Getränke besonders häufig genannt.2

Lebensmittel, die die Beschwerden demnach akut verstärken, sind:

  • scharfe Speisen (zum Beispiel Chili-Schoten)
  • säurehaltige Speisen oder Getränke
  • Kaffee
  • alkoholische Getränke
  • grüner oder schwarzer Tee

Zu einer Verbesserung der Symptome führten bei vielen Betroffenen hingegen:

  • Flohsamen
  • Wasser
  • Kräutertees

Aus diesen Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, dass die Ernährung beim ganzheitlichen Therapieansatz einer nicht-bakteriellen Prostatitis einen wichtigen Beitrag leisten kann. Zu den weiteren Behandlungsmöglichkeiten gehören Medikamente wie Alphablocker oder Schmerzmittel, Beckenbodenübungen oder Hausmittel. Aber auch Prosturol® Zäpfchen tragen zur Linderung und Beruhigung lokaler Beschwerden im Anorektalkanal bei.

Diese Lebensmittel sind generell gut für Ihre Prostata

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist ein zentraler Bestandteil bei der Vorbeugung und Behandlung von Prostata-Erkrankungen. Dabei gibt es einige Lebensmittel, die der Prostata besonders gut tun – und die Sie daher ruhig öfter mal auf den Speiseplan packen können.

  • Haferflocken: Mit einem leckeren Müsli am Morgen die Gesundheit der Prostata fördern –Haferflocken und Nüsse sind wahre Zink-Bomben. Das Spurenelement kann dazu beitragen, das Wachstum und die Verbreitung von Prostatakrebszellen zu verhindern.3
  • Kürbiskerne: Als Snack für zwischendurch oder als Topping beim Salat – Kürbiskerne sind reich an Vitamin E, Eisen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Von diesen Inhaltsstoffen profitieren auch die Prostata und die Harnorgane.
  • Fisch: Lachs, Makrelen oder Heringe enthalten viele Omega-3-Fettsäuren. Ihnen wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.
  • Leinsamen und Leinöl: Sie sind ebenfalls wertvolle Lieferanten von Omega-3-Fettsäuren.
  • Tomaten: Der in den roten Früchten enthaltene Farbstoff Lycopin hat viele positive Eigenschaften – und soll auch vor Prostatakrebs schützen.
  • Roggenpollen: Sie sind beispielsweise als Extrakt oder Tee in der Apotheke erhältlich und können als Kur über mehrere Wochen angewendet werden. Indem sie bestimmte Entzündungsstoffe blockieren, können sie das gereizte Gewebe der Prostata beruhigen.
  • Weitere pflanzliche Mittel, die Sie zur Linderung von Prostatabeschwerden ausprobieren können, sind Süßholz, Brennnessel oder Weidenröschen. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Beitrag über Hausmittel.

1Rohde et al. (2007): Prostataerkrankungen. In: Robert-Koch-Institut (Hrsg.) Nr. 36; S. 10.
2Herati et al. Effects of Foods and Beverages on the Symptoms of Chronic Prostatitis/Chronic Pelvic Pain Syndrome. In: Urology; Ausgabe 82, Nr. 6; Dezember 2013. S. 1376-1380.
3Deutsche Apotheker Zeitung (2005): Wirkt Zink Prostatakrebs entgegen? URL: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2005/daz-27-2005/uid-14244 (Stand: 08.02.2019).