Prostatitis, Papa, Potenz: Kann eine Prostataentzündung die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen?

„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“ dichtete einst Wilhelm Busch und hat in diesem Moment sicher nicht an all die Männer gedacht, die sich mit ihren Partnerinnen Kinder wünschen, aber bisher erfolglos blieben. Ein unerfüllter Kinderwunsch kann viele Ursachen haben – auch eine Prostataentzündung. Die Prostatitis kann nicht nur die Beweglichkeit der Spermien und die Zeugungsunfähigkeit beeinträchtigen, das Sexleben leidet ebenfalls unter den Beschwerden. Die gute Nachricht: Eine Entzündung der Prostata kann behandelt werden.

Ärztin klärt Paar mit Kinderwunsch über den Zusammenhang zwischen einer Prostatitis und der Zeugungsfähigkeit auf.

Unfruchtbarkeit durch Prostatitis: Wenn die Saat nicht aufgehen will

Die Prostata selbst produziert keine Samenzellen. Die Vorsteherdrüse gibt bei der Ejakulation jedoch ein Sekret in die Harnröhre ab, das sich mit den Spermien vermischt und für ihre nötige Beweglichkeit sorgt. Und die spielt für die Fertilität des Mannes eine wichtige Rolle – gesunde Spermien können sonst zwar in ausreichender Anzahl vorhanden sein, jedoch ist es ihnen nicht möglich, bis zur weiblichen Eizelle vorzudringen.

Eine Prostataentzündung kann einem Kinderwunsch aus folgenden Gründen im Weg stehen:

  • Zum einen kann eine bakterielle Prostatitis zu Verklebungen der Samenkanäle führen, wodurch die Weiterleitung der Spermien blockiert wird.1
  • Zum anderen hat eine Prostatitis auch indirekt Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit von Männern: Ist die Vorsteherdrüse entzündet, hat das oft Auswirkungen auf das Sexualleben. Vor allem der Samenerguss wird häufig als sehr schmerzhaft beschrieben, was verständlicherweise die Lust auf Geschlechtsverkehr hemmt. Das kann auf Dauer auch zu Erektionsstörungen führen.

Vater werden ohne Stress

Der sehnlichste Wunsch ein Kind zu bekommen, stellt viele Männer stark unter Druck. Diese Stressbelastung kann jedoch nicht nur die Zeugungsfähigkeit empfindlich einschränken, sondern auch Symptome der Prostatitis (wie Probleme beim Wasserlassen oder Schmerzen im Lendenbereich) verstärken – ein Teufelskreis.

Spermiogramm gibt Auskunft über Zeugungsfähigkeit bei einer Prostatitis

Zentrale Untersuchungsmethode, um die Fruchtbarkeit des Mannes zu beurteilen, ist das Spermiogramm. Anhand der Spermaprobe kann der Urologe nicht nur wichtige Erkenntnisse über die Anzahl der Spermien, sondern auch über ihre Beweglichkeit gewinnen. Eine solche Analyse ist vor allem bei einer länger anhaltenden, chronischen Prostatitis üblich.

Je nach Ergebnis des Spermiogramms kann der Arzt dann weitere Maßnahmen empfehlen, um Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch zu helfen. Ist die Beweglichkeit der männlichen Spermien beispielsweise stark eingeschränkt, kann auch eine künstliche Befruchtung in Erwägung gezogen werden.

Warum die Therapie einer Prostataentzündung bei Kinderwunsch wichtig ist

Eine Prostatitis ist keine Alterserscheinung – sie kann auch jüngere Männer betreffen, die gerade erst mit der Familienplanung begonnen haben. Um ihren Kinderwunsch zu erfüllen, sollten diese Männer eine Prostataentzündung behandeln lassen. Sind Bakterien beteiligt, ist eine Therapie mit Antibiotika notwendig. Eine chronische nicht-bakterielle Prostataentzündung ist meist etwas komplizierter: Aber auch hier können verschiedene Medikamente, Hausmittel oder pflanzliche Präparate wie Prosturol® Zäpfchen dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern – und somit wieder den Spaß am Sex fördern.

Weitere Ursachen für Zeugungsunfähigkeit des Mannes

Neben einer Prostatitis gibt es noch viele weitere Gründe, die für die Unfruchtbarkeit eines Mannes verantwortlich sein können. Manchmal kommen auch mehrere zusammen:

  • verminderte Spermienqualität (zum Beispiel infolge von Hodenverletzungen, Hormonstörungen, Medikamenten, starkem Alkohol- oder Nikotinkonsum, Geschlechtserkrankungen oder Vererbung)
  • gestörter Transportweg (durch verklebte oder durchtrennte Samenleiter), der ein Ankommen der Spermien verhindert
  • Hodenhochstand im Kindesalter
  • bestehende oder vorangegangene Prostata- und Hodenerkrankungen
  • erektile Dysfunktion (Unfähigkeit, eine ausreichende Erektion des männlichen Glieds zu erlangen)
  • ausbleibende Ejakulation
  • psychische Faktoren

Übrigens hat auch das Alter Einfluss: Je älter ein Mann ist, desto langsamer werden die Spermien.

Gut zu wissen:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat als Referenzwert für eine fruchtbare Spermaqualität 15 Millionen Spermien pro Milliliter Sperma vorgegeben. Circa ein Drittel davon sollte eine gute Beweglichkeit haben.2

1 Thiemann, A. (2019): Infertilität. In: Urologenportal. URL: http://www.urologenportal.de/patienten/patienteninfo/patientenratgeber/infertilitaet.html (11.03.2019).
2 Cooper, Trevor et al. (2010): World Health Organization reference values for human semen characteristics‡. Ausg. 16, Nr. 3, S. 231-45. URL: https://www.who.int/reproductivehealth/topics/infertility/cooper_et_al_hru.pdf?ua=1 (11.03.2019).