Prostata-Massage: Sexuelle Praktik und medizinisches Verfahren

Gibt es ihn oder nicht? Der G-Punkt der Frau ist ein zentrales Thema, wenn es um Sex geht. Als Gegenstück beim Mann soll die Prostatastimulation für ein besonders intensives Gefühlserleben sorgen. Aber auch in der Medizin spielen Prostata-Massagen eine Rolle. Beispielsweise sind sie wichtig, um eine Prostatitis eindeutig feststellen zu können. Aber auch zu Therapiezwecken rücken Prostata-Massagen immer mehr in den Fokus.

Eine Prostatamassage wirkt bei einem Prostatitis-Patienten schmerzlindernd

Die medizinische Prostata-Massage ist wichtig für die Diagnose

In der Urologie findet die Prostata-Massage oder auch Prostata-Drainage vor allem im Zusammenhang mit der 3-Gläser-Probe (beziehungsweise der 4-Gläser-Probe) Anwendung. Dank ihr kann der Arzt eine chronische Prostataentzündung diagnostizieren.

Ziel der Stimulierung ist in diesem Fall die Gewinnung von Prostatasekret. Der Urologe nimmt die Massage mit seinem Finger über den Enddarm vor, damit die Prostata ihre Flüssigkeit abgibt. Das Sekret fließt dann über die Harnröhre ab und wird entweder extra (4-Gläser-Probe) oder gemeinsam mit Resturin (3-Gläser-Probe) in einem Becher gesammelt. Im Labor werden diese Proben dann auf Krankheitserreger untersucht. In akuten Entzündungsphasen, zum Beispiel wenn der Patient hohes Fieber oder starke Schmerzen im Unterleib hat, wird in der Regel jedoch keine medizinische Prostatamassage durchgeführt, um eine zusätzliche Reizung des entzündeten Organs zu verhindern.

Nur keine Hemmungen

Verständlicherweise gibt es schönere Dinge im Leben eines Mannes als eine medizinische Prostata-Massage. Machen Sie sich bewusst, dass der Vorgang Teil einer rein professionellen Untersuchungsmethode ist.

Prostatastimulation zur Linderung von Beschwerden: Therapeutische Effekte der Prostatamassage

Neben der Diagnosestellung wird die Prostata-Massage auch zu therapeutischen Zwecken angewendet – sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung einer chronischen Prostataentzündung. Vor allem im asiatischen Raum haben Prostata-Massagen eine lange Tradition. Dort sind sie oft Bestandteil von Liebespraktiken, aber auch eine gängige Methode, um Prostata-Beschwerden zu lindern.

Dahinter steht die Annahme: Eine wechselnde Druckausübung fördert die Durchblutung des Männerorgans und versorgt es dadurch besser mit wichtigen Nährstoffen. Durch das Ausmassieren sollen zudem entzündungsauslösende Substanzen „herausgespült“ werden.

Einen tatsächlichen Effekt haben Mediziner bisher noch nicht nachweisen können. Gerade bei einer nicht-bakteriellen chronischen Prostataentzündung kann eine Prostata-Massage ergänzend zur ärztlichen Therapie sinnvoll sein. Die Behandlung konzentriert sich hier nämlich überwiegend auf die Schmerzlinderung. Geeignet sind dafür übrigens auch Prosturol® Zäpfchen. Sie enthalten Hyaluronsäure und eine Kombination weiterer wertvoller Inhaltsstoffe, die zur Linderung lokaler Beschwerden im Anorektalkanal beitragen können.

Do-it-yourself Prostata-Massage: So geht’s!

Der Gedanke hinter der Prostata-Massage kann mit einem Ölwechsel verglichen werden: Im Motoröl können sich mit der Zeit kleinste Partikel absetzen, die das Risiko für Motorschäden erhöhen. Ähnlich soll es sich mit der Prostata verhalten, die durch die verstärkte Produktion von Prostatasekret gereinigt werden soll.
Einige Heilpraktiker und Urologen bieten solche therapeutischen Prostata-Massagen an. Eventuell erklärt sich aber auch Ihre Partnerin oder Ihr Partner dazu bereit. Mit etwas Übung lässt sich eine Drainage selbst durchführen. Dabei sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • 1. Vorbereitung: Bevor Sie mit der Prostata-Massage beginnen, können Sie ein warmes Bad nehmen, um sich zu entspannen. Besonders wichtig ist zudem eine umfassende Hygiene. Achten Sie darauf, dass Ihre Fingernägel kurz sind, um Verletzungen zu vermeiden. Am besten benutzen Sie Einmalhandschuhe.
  • 2. Durchführung: Begeben Sie sich nun in eine Seitenlage und führen Sie Ihren Zeigefinger mithilfe von Gleitcreme vorsichtig in den Enddarm (in Richtung des Bauches) ein. Die Prostata befindet sich etwa fünf bis acht Zentimeter vom After entfernt. Ertasten Sie nun langsam die kastaniengroße Vorsteherdrüse und massieren Sie sie auf beiden Seiten einige Minuten lang mit sanften rhythmischen Bewegungen. Bei einer Prostataentzündung kann sich das Organ stellenweise erhärtet anfühlen.
  • 3. Nach der Massage: Im Anschluss sollten Sie sofort urinieren, damit sie eventuell herausgelöste Substanzen komplett aus dem Körper schwemmen. Vergessen Sie außerdem nicht, Ihre Hände gründlich zu waschen, um eine Verbreitung von Darmbakterien zu verhindern.

Beim ersten Mal kann sich die Prostata-Massage durchaus komisch anfühlen. Mit der Zeit stellt sich jedoch eine gewisse Routine ein. Verursacht die Drainage starke Schmerzen, sollten Sie umgehend abbrechen und einen Arzt aufsuchen. Bitte benutzen Sie auch keine Hilfsmittel aus Sexshops oder andere Gegenstände.