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Prostata-Untersuchung: Was verrät der transrektale Ultraschall?

Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) gehört zu den gängigsten Verfahren eines Urologen, da er sich – im wahrsten Sinne – ein Bild von der Prostata machen kann. Aber auch wenn der transrektale Ultraschall dem Arzt wichtige Erkenntnisse liefert, sind weitere Diagnosemittel notwendig, um eine Entzündung oder andere Erkrankungen der Prostata zweifelsfrei festzustellen. Doch nun einmal von Beginn an: Was genau ist ein transrektaler Ultraschall (TRUS) und wie gestaltet sich der Ablauf dieser Untersuchung? Wir haben die Antworten!

Ein Ultraschall-Gerät, mit dem Ärzte eine transrektale Untersuchung der Prostata durchführen.

Was verstehen Ärzte unter einem transrektalen Ultraschall (TRUS)?

Die Prostata befindet sich gut verborgen unterhalb der Blase. Und so unscheinbar die kleine Vorsteherdrüse auch sein mag, sie kann große Probleme bereiten – zum Beispiel, wenn sie sich schmerzhaft entzündet. Um herauszufinden, was die Beschwerden des Männer-Organs verursacht, kann der Urologe verschiedene Prostatauntersuchungen durchführen – eine davon: die Sonographie der Prostata. Diese Methode steht der Medizin seit den 70er Jahren zur Verfügung und hat sich seither mit dem technischen Fortschritt noch weiter verbessert.

Das Prinzip dahinter: Mithilfe eines Schallkopfs (Sonde) sendet der Arzt durch elektrische Stimulation Schallwellen aus, die für den Menschen nicht hörbar sind. Je nach Hindernis, auf das diese Wellen stoßen, werden sie reflektiert oder absorbiert. Ein im Ultraschallgerät integrierter Computer erzeugt dann ein Schwarz-Weiß-Bild, anhand dessen der Urologe Größe und Zustand der Prostata bestimmen kann.

Um die Prostata zu sehen, legt der Mediziner den Ultraschall-Kopf auf den unteren Bauch. Sehr viel aussagekräftiger ist jedoch ein transrektaler Ultraschall (kurz: TRUS), bei dem die Sonde über den Enddarm eingeführt wird. Der TRUS zählt als Goldstandard, wenn es um die Bestimmung des Volumens der Prostata geht – diese Art der Sonographie gehört somit zu den Routineuntersuchungen eines Urologen.1

Ablauf und Dauer: Transrektale Ultraschall-Untersuchung der Prostata

Das Wichtigste zuerst: Entgegen so mancher Befürchtung wird ein transrektaler Ultraschall (TRUS) als schmerzfrei empfunden. Die Untersuchung dauert zudem nur wenige Minuten. Der Ablauf eines Prostata-Ultraschalls gestaltet sich typischerweise folgendermaßen:

  • Der Patient muss sich entweder seitlich hinlegen oder auf einen Untersuchungsstuhl setzen.
  • Anschließend betäubt und desinfiziert der Mediziner den After und Enddarm mit einem sterilen Gleitmittel, das zunächst einige Minuten einwirken muss.
  • Aus hygienischen Gründen und zum Schutz des Gerätes wird häufig ein Kondom über den Kopf der Sonde gezogen.
  • Dann führt der Urologe die stiftförmige Sonde (ungefähr fingerdick und -groß) vorsichtig einige Zentimeter tief in den Enddarm ein.
  • Es erscheint ein Bild auf dem Monitor, welches der Arzt durch leichte Bewegungen noch verändern kann. Auch Fotos fertigt der Mediziner an und legt diese der Patientenakte bei, um beispielsweise einen Vergleich für eine folgende Untersuchung zu haben.

Der Ablauf des transrektalen Ultraschalls dauert meist nur wenige Minuten und verursacht in der Regel auch keine Schmerzen.2 Darüber hinaus führt der Urologe die TRUS-Untersuchung ambulant in der Praxis durch. Und übrigens: Sie müssen nicht wie bei einer Darmspiegelung zunächst Abführmittel zu sich nehmen und den Darm so vorbereiten – ein weiterer Punkt, der die Gedanken rund um den anstehenden Prostata-Ultraschall positiver stimmen sollte.

Wann kommt der transrektale Ultraschall zum Einsatz?

Mithilfe des transrektalen Ultraschalls erhalten Ärzte einen guten Eindruck, wie es um die Gesundheit der Prostata steht – aber auch um die der anderen im Becken liegenden Organe wie der Samenblase oder Harnröhre. Der Urologe betrachtet vor allem Auffälligkeiten, wie dunklere und meist unregelmäßige Strukturen. Sie können beispielsweise auf Entzündungsherde hinweisen und möglicherweise ein Anzeichen einer Prostatitis (Prostataentzündung) sein.

Vor allem die Größe der Prostata ist für den Arzt von großem Interesse. Denn eine Prostatavergrößerung geht häufig mit ähnlichen Symptomen wie eine Prostatitis einher (zum Beispiel Schmerzen im Unterleib oder ständiger Harndrang). Die Therapiemaßnahmen können sich jedoch unterscheiden.

Darüber hinaus dient die Ultraschalluntersuchung unter anderem auch dazu, Zysten (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume), Verkalkungen in der Prostata (Prostatasteine) oder eine verdickte Wand der Samenblase festzustellen. Ebenso gewinnen Ärzte durch die TRUS-Untersuchung erste Hinweise auf eine krebsartige Veränderung der Prostata (Prostatakarzinom). Eine endgültige Diagnose all dieser Erkrankungen lässt sich jedoch erst durch weitere Prostatauntersuchungen stellen. Übrigens: Auch zur allgemeinen Vorsorge greifen Ärzte häufig auf einen Prostata-Ultraschall zurück. Hier erfahren Sie mehr zum Thema:

Arzt klärt Mann über den Ablauf des transrektalen Ultraschalls (TRUS) auf.

Aussagekraft: Vorteile und Grenzen des Prostata-Ultraschalls

Wie bereits erwähnt, gehört der transrektale Ultraschall zu den gängigsten Diagnosemitteln in der Urologie. Das liegt vor allem daran, dass die TRUS-Untersuchung als relativ kostengünstig und sehr schonend gilt. Im Vergleich zu einer Röntgenuntersuchung ist der Patient keinen potenziell gesundheitsschädigenden Strahlen ausgesetzt.

Nach- oder Nebenwirkungen einer Prostata-Sonographie sind nicht bekannt. Zudem kann sich der Androloge oder Urologe schnell einen ersten Eindruck vom Zustand der Prostata verschaffen und Erkrankungen ausschließen.

Allerdings können viele Strukturen nur unzureichend eingesehen werden: Das Bild ist ungenauer als bei einer Computertomographie. Einen exakten Befund liefert deshalb allein der Prostata-Ultraschall nicht. Hierfür bedarf es weiterer Maßnahmen zur Differenzialdiagnose wie eines Bluttests (PSA-Wert), eines Urintests mittels der 3-Gläser-Probe oder der Untersuchung einer Spermaprobe.

FAQs zum Prostata-Ultraschall

Was ist ein transrektaler Ultraschall?
Der transrektale Ultraschall (kurz: TRUS) ist eine Prostatauntersuchung, bei welcher der Urologe eine Sonde über den After bis hin zur Prostata einführt. So bekommt er einen guten Eindruck über die Gesundheit des Männer-Organs.
Wie sieht der Ablauf des transrektalen Ultrachalls aus?
Der Patient legt sich seitlich hin oder setzt sich auf einen gynäkologischen Stuhl. Der Arzt betäubt und desinfiziert den After sowie Enddarm mit einem sterilen Gel, stülpt ein Kondom (hygienischer Zweck) über die Sonde und führt dann die TRUS durch.
Können Ärzte Entzündungen der Prostata beim Ultraschall sehen?
Ja, entzündliche Veränderungen der Prostata sind mittels der Sonographie erkennbar – jedoch bedarf es immer einer Differenzialdiagnose. Das heißt, Ärzte führen nach dem transrektalen Ultraschall in der Regel weitere Untersuchungen durch.
1 Hofmann, Rainer/Hegele, Axel/Honacker, Astrid: Ultraschall in der Urologie. Berlin/Heidelberg: Springer-Verlag 2012. S. 17.
2 Prostata Hilfe e.V.: Transrektaler Ultraschall – so funktioniert TRUS. URL: https://prostata-hilfe-deutschland.de/transrektaler-ultraschall-trus/ (26.06.2020).