Entzündung der Prostata: Kennen Sie die Risikofaktoren?

Prostataentzündung – mit diesem Thema beschäftigt Mann sich in der Regel erst, wenn die Prostata Probleme verursacht. Dabei sollte die Krankheit nicht unterschätzt werden. Die Prostatitis tritt recht häufig auf. Gefährdet sind vor allem Menschen mit Diabetes oder einem Katheter. Welche Risikofaktoren können Entzündungen der Prostata noch begünstigen?

Männer, auf die Risikofaktoren für eine Prostata-Erkrankung zutreffen, laufen durch ein Büro.

Ein paar Daten zur Prävalenz (wenn auch leider nicht viele)

Eines vorneweg: Es gibt noch keine genaue Studienlage darüber, wie viele Männer in Deutschland an einer Prostataentzündung (Prostatitis) leiden. Schätzungen zufolge beträgt der Anteil der Betroffenen etwa fünf bis zehn Prozent.1 Untersuchungen in den USA haben zudem ergeben, dass dort ungefähr genauso viele Menschen an einer Prostatitis leiden wie an Diabetes. Die Erkrankung, bei der die Vorsteherdrüse des Mannes entzündet ist, steht mittlerweile ganz oben auf der Liste der Prostataerkrankungen. Urologen in den USA sehen in ihrer Praxis im Schnitt jährlich 150 bis 250 Patienten.2 Die Prostatitis wird von Ärzten folglich häufiger behandelt als beispielswiese eine gut- oder bösartige Prostatavergrößerung.2

Das zunehmende Alter wird übrigens nicht als Risikofaktor für Entzündungen der Prostata angesehen. Vor allem Männer mittleren Alters zwischen 20 und 50 Jahren sind häufig von der Krankheit betroffen, die mit diffusen Schmerzen im Beckenbereich oder Problemen beim Wasserlassen einhergehen kann.3

Stress, Diabetes und Co. – Faktoren, die eine Prostatitis begünstigen können

Wer an einer Prostatitis erkrankt und wer nicht, lässt sich leider nicht vorhersehen. Dennoch konnten zumindest einige Risikofaktoren identifiziert werden, die Entzündungen der Prostata fördern können.

Bei einer bakteriellen Prostataentzündung werden, wie der Name bereits vermuten lässt, Bakterien in der Prostata als Übeltäter festgestellt. Sie gelangen über die Harnröhre in das Männerorgan und verursachen dort schmerzhafte Entzündungen. Ein erhöhtes Risiko tragen beispielsweise Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihre Blase selbst zu entleeren und deshalb einen Blasenkatheter benötigen. Ein solcher besteht aus einem Urinsammelbeutel und einem Schlauch, der in die Harnblase führt. Über den Katheter gelangen Bakterien leicht in die Blase und von dort zur benachbarten Prostata oder zu den Nebenhoden.4

Eine weitere Risikogruppe sind Diabetiker. Diese leiden an einem höheren Blutzuckerspiegel, wodurch das Immunsystem in seiner Funktion Krankheitserreger abzuwehren eingeschränkt wird. Daher sind Menschen mit Diabetes anfälliger für Infekte und können auch eher an einer Prostatitis erkranken.

In den meisten Fällen werden bei einer Prostataentzündung jedoch keine Bakterien nachgewiesen. Die chronische nicht-bakterielle Prostataentzündung Prostataentzündung wird deswegen auch als psychosomatische Erkrankung eingestuft. Das ist der Grund dafür, weshalb besonders Männer gefährdet sind, die privat oder beruflich viel Stress haben.

Gutes für die Prostata: Risikofaktoren meiden – aber wie?

Wer zu der Risikogruppe gehört, sollte besonders Acht auf seine Prostata geben und einige Vorbeugemaßnahmen befolgen. Dazu gehört beispielsweise eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung. Zudem ist es wichtig, immer genügend zu trinken, damit Keime in der Blase gelöst und hinausgespült werden – und nicht in die Prostata gelangen. Diabetiker oder Menschen mit Katheter sollten das Thema Prostatitis außerdem mit ihrem Arzt besprechen. Dieser kann individuell Empfehlungen geben, wie sich eine Entzündung am besten vorbeugen lässt.

1Riedl. C.R.: Prostatitis – Eine endlose Geschichte? In: Journal für Urolige und Urogynäkologie 2001, 8 (6). Online angerufen unter: https://www.kup.at/kup/pdf/946.pdf (31.08.2018).
2Hofreiter, W. (2010): Prostatitis und chronisches Beckenschmerzsyndrom. In: ARS Medici, Nr. 11, S. 451-456.
3Gensthaler, B. (2007): Prostatitis: Hartnäckig und schwer zu behandeln. In. Pharmazeutische Zeitung Online. Abgerufen unter: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2803 (30.08.2018).
4Thieme Verlag: I care Pflege, S. 442.