Sexualität: „Abtörner“ Prostataentzündung

Bei Sex denken die wenigsten an die Prostata – dabei spielt die unscheinbare Vorsteherdrüse eine wichtige Rolle beim Liebesakt. Sie schießt ein Sekret beim Samenerguss in die Harnröhre, was wichtig ist, weil erst dieses die kleinen Spermien zu guten Schwimmern werden lässt und ihr Überleben sichert. Zudem hat sich die Prostata als „G-Punkt des Mannes“ einen Namen gemacht. Doch das kastaniengroße Organ kann auch Probleme bei der Sexualität verursachen – zum Beispiel bei einer Prostataentzündung.

Mann mit Prostataentzündung hat Probleme mit der Sexualität.

Erektionsprobleme: Keine Regung trotz Erregung?

Die Ursache von Erektionsproblemen, medizinisch erektile Dysfunktion genannt, ist nicht immer eindeutig. Denn wenn es beim Mann nicht funktionieren will, kann das sowohl psychisch wie organisch bedingt sein – oder beides.

Zu den häufigsten organischen Ursachen zählen beispielsweise Durchblutungsstörungen, Hormonmangel oder Krankheiten, die die Nerven betreffen. Aber auch eine chronische Prostataentzündung (Prostatitis) kann sich negativ auf die männliche Sexualität auswirken. Denn Schmerzen in den Genitalien oder in der Beckenregion – typische Beschwerden einer Prostataentzündung – mindern verständlicherweise das Verlangen nach Sexualität.

Die Schmerzen in der empfindlichsten Region des Mannes können zudem mit einem Gefühl der Unsicherheit verbunden sein – insbesondere dann, wenn eine klare Diagnose noch aussteht. Die damit verbundene Stressbelastung kann die Erektionsprobleme weiter verstärken.

Warum die „blaue Pille“ nicht immer hilft:

Viagra – das potenzsteigernde Mittel kennt jeder Mann. Aber wie wirkt sie überhaupt? Entgegen der häufigen Annahme sind die kleinen blauen Pillen leider nicht dafür geeignet, die Lust auf Sex zu steigern. Der Wirkstoff Sildenafil sorgt dafür, dass sich die Arterien erweitern und mehr Blut in den Penis strömt. Schmerzen kann das Mittel jedoch nicht lindern und auch bei psychischen Ursachen hilft Viagra nicht.

Samenerguss: Höhepunkt der Lust oder des Schmerzes?

Besonders stark sind die Schmerzen bei einer Prostataentzündung während oder nach dem Samenerguss (Ejakulation). Aber warum?

Die Samenflüssigkeit stammt aus verschiedenen Drüsen, darunter das Samenbläschen, Hoden und Nebenhoden sowie der Prostata, welche die Harnröhre umschließt. Das Sekret der Vorsteherdrüse wird beim Samenerguss mit Schwung in die Harnröhre geleitet und von dort mit den anderen Bestandteilen (unter anderen den reifen Spermien) hinausbefördert. Damit es aus der Prostata in die Harnröhre gelangt, muss sich das Organ jedoch kurz zusammenziehen, was bei einer chronischen Prostataentzündung zu starken Schmerzen führt – und das Thema Sexualität für den Mann eher unangenehm macht. Die Angst diese Beschwerden erneut zu spüren, kann wiederum zu Erektionsproblemen führen.

Was hilft bei Problemen mit der Sexualität bei einer Prostataentzündung?

Erektionsprobleme sind sicher kein Thema, über das Männer gerne reden. Wer möchte, dass „unten“ wieder alles funktioniert, sollte jedoch trotzdem einen Urologen aufsuchen.

Stellt dieser als Ursache eine nicht-bakterielle Prostataentzündung fest, zielt die Therapie in erster Linie darauf, die Schmerzen zu behandeln. Dazu kann der Arzt beispielsweise entzündungshemmende Medikamente (wie nicht-steroidale Antirheumatika) oder COX-2-Hemmer verschreiben. Bewährt haben sich ergänzend zur ärztlichen Behandlung zudem beruhigende Mittel wie PROSTUROL®-Zäpfchen, die auf sanfte Weise zu einer Linderung der Beschwerden beitragen – und zwar genau am Ort des Geschehens. Des Weiteren können eventuell Hausmittel wie warme Sitzbäder, Brennsesseltee oder das Knabbern von Kürbiskernen die Symptome einer Prostataentzündung bessern – und das Thema Sexualität wieder attraktiver machen.

Machen Sie sich aber keinen Druck, sondern lassen Sie es bei einer chronischen Prostataentzündung lieber langsam angehen. Unternehmen Sie stattdessen etwas, was Sie entspannt. Moderater Sport, ein gutes Buch lesen oder einem anderen Hobby nachgehen – alles, was Ihren Kopf frei macht, kann sinnvoll sein. Und auch ein Gespräch über das Thema Sexualität mit der Partnerin kann bei Erektionsproblemen helfen.