Ständiger Harndrang beim Mann: Wenn der Toilettengang zur Qual wird

Ständiger Harndrang kann verschiedene Ursachen haben. Während eines feucht-fröhlichen Abends mit Freunden ist es beispielsweise nicht verwunderlich, wenn Mann häufig die Toilette aufsuchen muss. Besteht jedoch auch sonst der ständige Drang „sich erleichtern zu müssen“ und ist das Ergebnis eher frustrierend, oder treten zusätzliche Probleme wie Schmerzen beim Wasserlassen auf, sollte die Symptomatik von einem Facharzt abgeklärt werden. Schließlich können die Beschwerden auch ein Hinweis auf eine Prostataentzündung, fachsprachlich Prostatitis genannt, sein, bei welcher Brennen beim Wasserlassen und ständiger Harndrang keine Seltenheit sind.

Ständiger Harndrang: Mann sitzt mit Problemen beim Wasserlassen auf Toilette

Ursache Prostatitis: Ständiger Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen und Co.

Probleme beim Wasserlassen gehören zu den häufigen Symptomen einer chronischen nicht-bakteriellen Prostataentzündung (Prostatitis). Die Beschwerden, die mit der Blase zusammenhängen, können dabei sehr unterschiedlich sein. Zum einen leiden betroffene Männer häufig unter einer Blasenspeicherstörung, die sich in ständigem Harndrang äußert. Beim Toilettengang lassen sich jedoch nur kleinen Urinmengen entleeren (Pollakisurie). Zum anderen bringt der Toilettengang paradoxerweise oft kein Gefühl der Erleichterung. Prostatitis-Patienten haben trotz häufigem Wasserlassen oft bereits direkt nach dem Toilettengang häufig den Eindruck, dass die Blase wieder voll ist.

Des Weiteren sind Blasenentleerungsstörungen bei einer chronischen nicht-bakteriellen Prostatitis möglich. Zu den Beschwerden betroffener Männer gehören unter anderem:

  • Brennen beim Wasserlassen
  • Schmerzen, Missempfindungen oder Druckgefühl in der Harnröhre
  • abgeschwächter Harnstrahl

Alles in allem stellen diese Symptome, die mit dem Wasserlassen in Zusammenhang stehen, eine starke Beeinträchtigung dar – besonders nachts, wenn der ständige Harndrang beispielsweise den wohlverdienten Schlaf stört.

Ständiger Harndrang: Wie oft ist normal?
Das Fassungsvermögen der Blase beträgt bei Männern zwischen 400 und 600 Millilitern. Bei einer Trinkmenge von zwei Litern müssen erwachsene Menschen daher im Durchschnitt drei bis acht Mal pro Tag auf die Toilette. Auf die Frage was im Rahmen des Wasserlassens „zu oft“ bedeutet, gibt es jedoch keine eindeutige Antwort.

Ständiger Harndrang kann genauso die Folge übermäßigen Trinkens sein: Besonders Kaffee oder Alkohol haben eine harntreibende Wirkung. Neben einer Prostataentzündung kommen außerdem weitere mögliche Ursachen für Probleme beim Wasserlassen in Betracht, beispielsweise andere Erkrankungen der Prostata, eine überaktive Blase oder die Einnahme entwässernder Medikamente (zum Beispiel Blutdruck-Tabletten). Lassen Sie häufiges Wasserlassen oder ständigen Harndrang daher unbedingt von einem Urologen abklären.

Das Ideal vom starken Strahl – Stress durch Probleme mit dem Wasserlassen

Wer kann wie weit und wie hoch pinkeln? Kleine und gelegentlich auch größere Männer messen sich zu gerne an ihrer Strahlkraft. Ein voller Strahl ist für viele Männer Ausdruck von Potenz. Wenn es nicht mehr so läuft, wie es laufen sollte, bedeutet das deshalb oft eine echte Belastung. Mit zunehmenden Problemen beim Wasserlassen und dem damit einhergehenden weniger kräftigen Urinstrahl– so das Empfinden vieler Betroffener – nimmt auch die Manneskraft ab.

Blasenentleerungsstörungen gehören zudem nicht unbedingt zu den Themen, die Männer in illustrer Runde mit anderen besprechen wollen. Das Problem: In Gemeinschaftstoiletten lässt es sich meist nicht vermeiden, dass sich ein Mitpinkler daneben stellt und das Gefühl aufkommt, der Nachbar könnte Vergleiche anstellen. Aus Scham ziehen sich einige Betroffene daher immer mehr zurück. Ebenso fühlen sich Männer, die an ständigem Harndrang leiden, oft auch auf der Arbeit unwohl, wenn Sie mehrmals stündlich an den gleichen Kollegen vorbeihuschen müssen, um die Toilette aufzusuchen.

Ständiger Harndrang als häufiges Männerleiden:

Sie haben auch Schmerzen beim Wasserlassen und immer im Blick, wo sich die nächste Toilette befindet? Damit sind Sie nicht alleine: Schätzungsweise 40 Prozent aller Männer über 50 Jahre in Deutschland leiden an diesem Problem.

Blasenentleerungsstörungen behandeln: Läuft bei mir!

Viele Männer, die unter Blasenentleerungsstörungen (Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, abgeschwächter Strahl, mühsames Wasserlassen) leiden, gehen mit diesen Symptomen nicht zum Arzt. Dabei gibt es einige Maßnahmen, die zu einer Besserung der Beschwerden beim Wasserlassen beitragen können. Zunächst führt der Urologe eine rektale Untersuchung durch, bei der die Prostata mit dem Finger abgetastet wird. Das klingt im ersten Moment vielleicht peinlich und unangenehm: Aber keine Sorge, die Untersuchung geht schnell vorbei und ist nicht mit Schmerzen verbunden.

 

Wird eine nicht-bakterielle Prostataentzündung diagnostiziert, stehen dem Urologen individuelle Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Beispielsweise kann der Arzt Medikamente wie Schmerzmittel oder Alpha-Blocker verschreiben.

Begleitend zu dieser Therapie können zudem Prosturol®-Zäpfchen angewendet werden, um die Beschwerden sanft zu lindern. Außerdem haben sich Bewegungstherapien, Beckenbodengymnastik oder Wärmeanwendungen als sinnvoll erwiesen, um die Probleme mit dem ständigen Harndrang in den Griff zu bekommen.